Jugendgruppen leiten lernen heißt sich selbst kennen zu lernen

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„JugendGruppen Leiten Lernen“ vom 19.10.-23.10.2009 in Mözen bei Bad Segeberg, so stand es auf dem Flyer. JuLeiCa (JugendLeiterCard-Seminar) das ist bestimmt total langweilig und bestimmt alles nur junge Leute, die da mitmachen. Das waren unsere ersten Gedanken als wir den Flyer von der Landjugend gelesen haben. Ein bisschen Interesse war aber irgendwie schon da. Also meldeten wir uns noch spontan eine Woche vorher an. Am Montag ging es dann los. Unsere Befürchtungen waren nämlich, mit Abstand die Ältesten zu sein, dass man nur Kinderspiele spiele würde, ein volles Programm und, dass man uns aussetzen würde, wir dann eine Nacht bei Fremden übernachten sollten und den weg dahin finden sollten (das hatten wir von anderen gehört).

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In Mözen angekommen, standen auf dem Parkplatz schon einige Autos mit unterschiedlichen Kennzeichen, also nicht nur Jüngere.  Als wir in den Raum kamen, saß da doch eine gemischte Gruppe, eine unserer Befürchtungen ist also schon mal nicht eingetreten, wir waren nicht die Ältesten. Nach einigen Kennlernspielen haben wir dazu noch schnell festgestellt, dass es sehr viele verschiedene Charaktere sind und nur ein Drittel der Teilnehmer von der Landjugend sind. Die anderen Teilnehmer waren von der Jugend ProNatur und von den Drugs Scouts, also eine sehr interessantes Gruppe. Das „Aussetzspiel“ hat sich schnell zerschlagen, denn so was hatten Anja und Sebastian, unsere Teamer in dieser Woche, auf gar keinen Fall mit uns vor (puh). Nach dem Mittagessen haben wir unsere Zimmer für die Woche bezogen, die Einteilung ging schnell. Kurzer Blickkontakt und schon war das geklärt.

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Danach ging es auch schon los, wir haben ein Programm für die Woche bekommen. Da standen viele uns unbekannte Themen drin wie u.a. Gruppenpädagogik und Gruppendynamik, Umweltpädagogik, rechtliche Situationen, Aufsichtspflicht, Jugendschutz und Geschlechter bewusste Jugendarbeit. Das hörte sich auf jeden Fall alles sehr interessant an.

Wir haben zusammen viele Sachen erarbeitet, lernten Kritik anzunehmen und haben auch geübt Kritik zu geben, negativ sowie positiv.

Wir haben unsere Persönlichkeit trainiert – eigene Stärken und Schwächen erkannt und gelernt damit umzugehen.

Wir haben verschiedene Leitungsstile einer Gruppenleitung, meine Rollen als Leiterin und meine Rolle im Team besprochen.

Öffentlichkeitsarbeit und Finanzierung von Projekten und Veranstaltungen in der Jugendarbeit standen ebenfalls auf dem Programm.

In Rollenspielen und Gruppenarbeit haben wir die einzelne Themen selber erarbeitet und nicht nur theoretisch alles durch genommen.

Es war alles super lustig, wir haben viel gelacht und trotzdem noch etwas dabei gelernt was wir später auf jeden Fall anwenden können.

Am Donnerstag war schon unser Abschlussabend, den wir selber gestaltet, geplant und organisiert haben. Jeder Verein bzw. Gruppe hat sich etwas Typisches ausgedacht und war für den Ablauf verantwortlich. Die Gruppe der Landjugend hat ein spannendes ,,Wetten dass“-Spiel veranstaltet, wo drei verschiedene Sachen aus denselben Materialien gebaut, gebastelt werden sollten. Zum einen sollte eine Brücke nach bestimmter Vorgabe gebaut werden, welche eine 1 Liter volle Wasserflasche tragen sollte. Zum anderen sollte ein Flugobjekt gebaut werden, womit ein rohes Ei heil aus 3 m Höhe am Boden landen kann. Zum Dritten sollte aus ganz wenig Materialien ein vorgegebenes Tier erbaut werden, das die anderen erraten sollten.

Die Jugend ProNatur hat ein Waldquiz gemacht, wo die Gruppe doch schon sehr überlegen musste. Zum Beispiel stellten sie Fragen wie: Wie heißt der weiblich Fuchs? Wie heißt das größte Naturschutzgebiet Norddeutschlands? Wie viele Eier legt eine Taube? Die Drugs Scouts haben erst ein Rollenspiel über die verschiedensten Süchte (Alkohol, Drogen, Tabletten….) gemacht. Danach haben sie uns noch u ein paar leckeren Cocktails und frischen Obstspießen eingeladen. Mit den Hintergrund, dass auch alkoholfreie Getränke gut schmecken können und man auch ohne „Alk“ Spaß haben kann.

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Unser Fazit dieser überhaupt nicht langweiligen sondern spannenden und lustigen Woche

ist, wir haben viele neue Leute mit unterschiedlichen Interessen kennen gelernt die wir bestimmt bald wieder sehen. Wir haben uns selbst neu kennen gelernt, viele Eindrücke und Erfahrungen gesammelt. Unsere Vorurteile haben sich keinesfalls bestätigt und würden es jeder Zeit wieder machen. Es ist wirklich beeindruckend wie aus 13,  mit Teamern 15  fremden Menschen in nur 5 Tagen ein so super Team geworden ist, in dem jeder dem anderen vertrauen kann!

Eine lehrreiche, super spannende und lustige Woche mit viel Spaß!

Anna Rose und Johanna Koll
Landjugend Alt Duvenstedt