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Vom Azubi zur Jungjägerin

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bild0044Horrido! Mein Name ist Nadine Weers, ich bin gerade 16 Jahre alt, wohne im Kreis Segeberg und bin seit kurzem Jungjägerin. Eigentlich ungewöhnlich bei mir, denn in meiner ganzen Familie ist keiner Jäger. Wie das kommt, der Weg zum Jagdschein, werde ich jetzt erzählen.

Es fing alles an mit Ursula Faden und Lutz, dem Deutsch-Drahthaar-Rüden. Ich traf die beiden ab und zu mal beim Spazieren, nach einiger Zeit tauschten wir unsere Nummern aus und trafen uns regelmäßig zur „Hunde-runde“. Ab und zu kam dann mal ihr Mann mit, Hans-Jörg, der mir dann berichtete, dass er Jäger sei. Ich war nicht abgeneigt und hörte ihm zu, als er ein bisschen darüber erzählte. Irgendwann frage Ursula mich, ob ich nicht mal mit ihrem Mann auf Jagd gehen will. Sie schilderte mir, wie so ein Abend auf dem Hochsitz aussehen würde. Daraufhin ging ich zu meinen Eltern und fragte sie, ob das in Ordnung sei. Ehrlich gesagt: Sie waren alle Beide skeptisch. Nachts auf dem Hochsitz, mit einem Mann, den sie nicht kannten... Der Rest ist Geschichte.

Hans-Jörg nahm mich also wie versprochen nachts mit, das war ca. vor 2 Jahren im November, ich erinnere mich noch genau daran. Es war bitterkalt, aber die Kälte war mit heißem Kakao und Schinkenbroten auszuhalten. Bis 2.30 Uhr morgens saßen wir in der Kanzel, bis wir dann endlich Sauen sahen. Am Ende lag einer aus der Rotte, ein Frischling. Als wir dann die Sau geborgen haben und in die Kühlkammer fuhren um sie aufzubrechen, guckte Hans-Jörg mich an: „Wenn dir übel wird, kannst du dich auch ins Auto setzen.“ Ich nickte. Aber soweit ließ ich es gar nicht kommen, ich fand es normal, eigentlich ganz interessant und stellte Fragen über Fragen. So ging es weiter, öfter mit auf dem Hochsitz, im Revier zur „RKF“ (Revier-Kontroll-Fahrt), mit auf Drückjagden, Treibjagden, zum Mais durchdrücken, immer an Hans-Jörgs Seite als „die Lütte“. Ich lernte so Stück für Stück die Jägerkultur kennen, 2 lange Jahre als Azubi, teilweise bin ich auch heute noch Azubi...

Ich fand richtig Gefallen an der Jagd. Meine Eltern dachten, dass es nur ein „Strohfeuer“ war, bis ich mich vor sie stellte und sagte: „Mama, Papa. Ich möchte gerne Jäger werden!“. Ab da an mussten sie sich Gedanken darum machen.

Eines Abends bei Bekannten saßen wir alle nett beisammen, auch mit Familie Faden, die inzwischend gute Freunde von meinen Eltern sind. Mama guckte mich plötzlich an und sagte zu mir: „Kind, wenn du dein Zeugnis um eine ganze Note innerhalb eines Schulhalbjahres verbesserst, bezahle ich dir deinen Jagdschein!“.

Ansporn für mich! Die Qual der Wahl: langer Kursus oder ein Kompaktkurs?! Die einzige Möglichkeit war der Kompaktkurs über 3 Wochen in den Sommerferien, denn Jagdschein zu machen, während dem Gymnasium, das sieht schlecht aus für den Durchschnitt. Zur gleichen Zeit sah ich denn den Kompaktkurs von U. Pommerenke, unterstützt von JugendProNatur für Schüler, Azubis und Studenten. Das war natürlich die Chance: vergünstigt durch JugendProNatur und dann noch in den Sommerferien – nichts wie hin da!

Im Frühsommer ging ich dann mit „meinem Meister“ das erste Mal Schießen zum Wolfsberg nach Hartenholm. Das klappte gut und später organisierte er mir dann auch noch ein Flinte. Ich fing also im Sommer mit dem Flintenschießen an. Das erste Mal war Horror. Ich kam mit einer blauen und grünen Schulter vom Stand. Die Woche drauf genau das Gleiche. Hans-Jörg sah, dass mir die Flinte nicht passte und wir gingen zu Harry Bälder, dem Büchsenmacher auf dem Schießstand Wolfsberg/Hartenholm. Er sagte zu mir: „Nadine, das kriegen wir hin. Mach dir keinen Kopf! Ich verspreche dir das.“ Er veränderte den Pitsch und kürzte den Schaft, ohne dass er mich überhaupt hatte schießen sehen, aber siehe da, sie passte mir wie angegossen. Keine blauen Flecken mehr und keine Schmerzen. Otto, die gute Seele auf dem Stand, redete mir auch guten Mut zu: „Mit Hans-Jörg an deiner Seite kann dir gar nichts passieren! Und wenn was ist, komm zu mir, mien Deern!“ Die Prüfung konnte also kommen.

Die drei Wochen waren eine aufregende Zeit, 15 Leute im Alter von 15 bis 27, alle dasselbe Ziel: JAGDSCHEIN. Alle waren wir in Unterkünften untergekommen. Ich hatte aber großes Glück, denn ich war in einer tollen Familie, die Hans-Jörg kannten, die mich wirklich herzlichst versorgt haben. Wir hatten eine Menge Spaß zusammen, die Schießausbildung mit Herrn Von Rumohr und Herrn Pommerenke war für uns alle sicherlich das Beste. Alle Ausbilder, die wir hatten waren eine Klasse für sich. Am Tag der Schießprüfung war ich ziemlich ruhig, ich war mir auch relativ sicher, da ich ja vorher schon mal Schießen konnte. Resultat: Angestrichen auf den Bock (leider nur) 39 Punkte und 7 von 10 „Jungjägertauben“. An die schriftliche Prüfung am selben Tag bin ich auch entspannt und ruhig rangegangen. Am nächsten Tag die Mündliche. Vögel, Decken, Präperate, Zweige, Fallen, Gelege – Alles! Da war ich dann doch nicht mehr so ruhig. Es hat aber alles geklappt und die Prüfer waren auch alle sehr freundlich. Zu manchem Erstaunen haben es alle 15 Teilnehmer geschafft, 15 neue Jungjäger hat das Land seit dem 20.08.2010.

Am Abend war dann die Abschlussfeier von dem erfolgreichen Kurs bei Jörg Sticken im Garten. Es war ein schöner Abend, den ich nicht so schnell vergessen werde.

Als ich wieder in „meiner Heimat“ in Ellerau ankam, war ich erschöpft. Drei Wochen lang, 7 Tage die Woche von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr sind schon anstrengend, aber sie haben sich ja gelohnt.

Ich habe dann einige Tage später meinen Jugendjagdschein gelöst, den ich am 09.09.2010 bekam, was auch höchste Zeit wurde, denn ich war ja schon zum UJ-Schießen für Jungjäger in Hartenholm angemeldet am 11.09.2010. Ich schoss schließlich mit, Bunte Mischung zwischen Pacourtauben und Büchse und Flintenlaufgeschoss. Ich belegte Schließlich Platz 11 mit von ca. 110 Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Unter den Damen wurde ich die Erste und gewann einen kleinen Damhirsch- oder Rothirschabschuss. Mein erster Wettkampf und gleich so gut. Glück?!

Inzwischen habe ich meine erste Sau geschossen in dem Revier von Hans-Jörg Faden, mit dem ich immer noch mitgehe. Aber dies ist eine andere Geschichte. Ich danke hiermit allen Menschen, die mich bis zur Jungjägerin tatkräftig unterstützt haben und mir immer wieder guten Mut zugesprochen haben. Ich würde mich darüber freuen, wenn ich trotz der jetzt bestandenen Jägerprüfung und dem Jagdschein in der Tasche noch Unterstützung bekäme, denn ich habe schon das nächste Ziel vor Augen: Zusammen mit Jenny Stoffers mich für die Deutsche Meisterschaft 2011 in Freiburg zu qualifizieren.

Vielen Dank, dass ich meinen Weg zum Jagdschein veröffentlichen durfte  und an alle Jäger: Waidmannsheil!

Herzlichst Nadine

 



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