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Grundsätze zur Hege und Bejagung des Niederwildes in Schleswig-Holstein

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Die Jagd ist eine Form der nachhaltigen Nutzung des Naturgutes Wild, dessen Nutzungsfähigkeit durch Biotophege und Maßnahmen des Jagdschutzes dauerhaft zu sichern ist. Damit entspricht die Jagd den Zielen des Naturschutzes i. S. d. §1 Bundesnaturschutzgesetz.

Nachhaltig ist eine Nutzung von Wildtieren dann, wenn „diese in einer Weise und in einem Ausmaß betrieben wird, die nicht zum langfristigen Rückgang der biologischen Vielfalt führt, wodurch ihr Potential erhalten bleibt, die Bedürfnisse und Wünsche heutiger und künftiger Generationen zu erfüllen“ (vgl. Umweltprogramm der Vereinten Nationen: Übereinkommen über die biologische Vielfalt).

Umweltschonende Formen der Landnutzung fördern die nachhaltige Nutzbarkeit von Wildtierbeständen. Der Landesjagdverband setzt sich als nach dem Bundesnaturschutzgesetz anerkannter Naturschutzverband für die Minimierung von Eingriffen in Natur und Landschaft ein.

Um die nachhaltige Nutzbarkeit von Wildtierpopulationen gewährleisten zu können, erheben die Jäger mit wissenschaftlich abgesicherten Methoden Daten zu einzelnen Arten (Wildtierkataster [WTK]).

Die sog. „Roten Listen“ gefährdeter Vogelarten und Säugetiere Schleswig-Holstein sollen die Gefährdungssituationen der Arten klassifizieren. Es bestehen in Schleswig-Holstein für die zuständigen Behörden bisher keine ausreichenden Möglichkeiten, aktuelle und repräsentative Daten gem. § 23 Abs. 1 LNatSchG zu erheben. Deshalb haben die „Roten Listen“ für Säugetiere und Vögel nur sehr beschränkte Aussagekraft, weil sie gerade bei jagdlich relevanten Arten - auf veralteten und methodisch mangelhaft erhobenen Daten beruhen.

So stammen die Erhebungsdaten der neuesten „Roten Liste“ der gefährdeten Säugetiere (1990) mehrheitlich aus den Jahren 1987/88. Des Weiteren gibt es auch im Bereich Schleswig-Holsteins erhebliche Unterschiede in der Stärke der Niederwildbesätze (z. B. Hase, Rebhuhn). Dies muß zu einer unterschiedlichen Beurteilung der Bejagbarkeit führen.

Die Jägerschaft Schleswig-Holsteins hat gerade bei den im Besatz stark schwankenden Arten (z. B. Rebhuhn) bewiesen, dass sie durch freiwilligen zeitlichen und örtlichen Bejagungsverzicht sehr wohl in der Lage ist, dem Prinzip der nachhaltigen Nutzung zu entsprechen.

Gerade die durch Selbstverantwortung getragene Motivation der nachhaltigen Nutzung hat wesentlich dazu beigetragen, dass durch Maßnahmen der Biotophege und des Jagdschutzes die Rebhuhnpopulationen in weiten Teilen Schleswig-Holsteins wieder angestiegen sind.

Eingriffe des Staates haben wie z. B. die Streichung der Bekassine aus dem Katalog der jagdbaren Arten ( 1976! ) zeigt, leider nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt.

Bei ziehenden Arten (z. B. Wildgänse) ist ein länderübergreifendes Management aufzubauen.

In Kulturlandschaften ist eine Regulierung der Beutegreiferpopulationen notwendig, weil die evolutiven Abstände zwischen Räuber und Beutetieren häufig nicht mehr gelten (vgl. Müller, Ökosystemgerechte Jagd, AFZ 27/28, 1988).

Im Rahmen des Jagdschutzes und der Wildschadensverhütung kann es auch notwendig werden, Wild zu erlegen, für das der Jäger keine Verwertung findet (z. B. Eindämmung einer Kaninchenplage zur Wildschadenverhütung, Erlegung von Jungfüchsen (Tollwut) und Schwarzwild (Schweinepest) als präventive seuchenpolizeiliche Maßnahme, Erlegung von Rabenvögeln als Artenschutzmaßnahme ).

Zur Ausübung des Jagdschutzes kann es auch notwendig werden, wildernde Hunde und Katzen zu erlegen. Wildernde Katzen und Hunde stellen ein großes Problem des Artenschutzes dar (vgl. Hoffmann. Zum Verhältnis von Katzenhaltung und Vogelschutz, Zeitschrift Seevögel, Heft 2, 1986; Remmert, Naturschutz, 2. Aufl., 1990). Da die Halter häufig eine emotionale Bindung zu ihren Tieren haben, ist bei wildernden Hunden äußerst restriktiv von den Rechten des Jagdschutzes Gebrauch zu machen und bei wildernden Katzen die Schutzzone (Eigentumsschutz!) konsequent zu beachten.

In einer Kulturlandschaft lässt sich die Biodiversität (Genetische -, Arten- und Ökosystemvielfalt) nur durch pflegende Eingriffe aufrechterhalten. Biotoppflege stellt eine selektive Behandlung von Pflanzen dar, dies bedingt auch eine selektive Behandlung von Tieren (vgl. Remmert, Naturschutz, 2. Aufl.,1990).

„Auch in Naturschutzgebieten können durch den Menschen geförderte Generalisten zur Plage werden und sie können in Gebieten mit wirtschaftlicher Nutzung manchen schützenswerten Arten den Rest geben: Hier ist vielfach der Jäger als Biotoppfleger gefragt“ (vgl. Remmert, Naturschutz, 2. Aufl. 1990).

Die Fallenjagd stellt eine legitime Nutzung von häufig nachtaktiven Wildtierarten dar und kann zum Artenschutz beitragen (z. B. Zurückdrängung faunenfremder Arten [vgl. Heidemann, Fauna. 1991, S. 21]).

Artenschutz-, Tierschutz- und Sicherheitsaspekte sind durch entsprechende Schulung der Jägerschaft durch den Landesjagdverband gewährleistet (vgl. Pohlmeyer, Die Jagd mit Fallen unter den Aspekten des Tierschutzes, Artenschutzes und der Sicherheit, Deutsche Tierärztliche Wochenschrift, Januar 1992).

Die Fallenjagd ist auch eine unerläßliche Jagdmethode, um seuchenpolizeiliche Forderungen zu gewährleisten [vgl. Schneider, Zur Notwendigkeit der Bejagung des Fuchses, Stellungnahme des Tollwutzentrums der Weltgesundheitsorganisation (WHO)].

Wildtiere sollten sich aus ihrem Lebensraum heraus ernähren. In wirklichen Notzeiten ist eine artgerechte Fütterung vorzusehen. In land- oder forstwirtschaftlich genutzten Gebieten ist die Anlage von Wildäckern vorzuziehen.

Das Aussetzen von Wild ist nur zum Zwecke der Stützung von Wildtierarten, die in ihrem Bestand bedroht sind, oder von Arten, die in ihrem Bestand deutlich abnehmen, gerechtfertigt. Eine Biotoppflege zur Verringerung der Rückgangsursachen hat immer parallel stattzufinden. Die auszuwildernden Tiere müssen artgerecht aufgezogen und auf das Leben in der Natur vorbereitet sein (vgl. Fehlberg, Vergleichende Untersuchungen kommerzieller Aufzuchtmethoden von Jagdfasanen, Deutsche tierärztliche Wochenschrift,11 / 1993 ).

Eine Bejagung darf frühestens nach Ablauf einer Setz- und Brutzeit stattfinden, sofern eine nachhaltige Nutzung des Bestandes zu diesem Zeitpunkt bereits möglich ist (vgl. „Aussetzen von Wild und Wiedereinbürgerung von Wildarten, DJV 1988).

Jagd- und Schonzeiten haben sich an den Setz- und Brutzeiten, einer eventuellen Wildschadenssituation, an seuchenpolizeilichen Forderungen, populationsdynamischen Erkenntnissen sowie jahreszeitlich bedingten Ruhephasen der Wildtiere zu orientieren.

Zur waidgerechten Bejagung des Niederwildes gehören untrennbar praxisgerecht ausgebildete und geprüfte Jagdhunde. Dies wird auch in § 31 LJagdG durch die Verpflichtung, einen brauchbaren Jagdhund bei den dort genannten Jagdarten zu führen, zum Ausdruck gebracht. Die Jagdgebrauchshundezucht muß die konstitutionelle und wesensmäßige Eignung garantieren.

Die Verwendung von Nicht-Blei-Schroten ist bei der Wasserwildjagd vorzusehen, weil Bleischrote in Flachgewässern von Wasserwild ergründelt werden können. Vergiftungen sind dort nicht auszuschließen (vgl. „Die Verwendung von Nicht-Blei-Schroten bei der Wasserwildjagd“, DJV 1993). Außerhalb von Flachgewässern ist die Verwendung von Blei-Schrotmunition vorzuziehen, weil Sicherheits- und Tierschutzaspekte sowie die dort vernachlässigbare Rückstandsproblematik dieses rechtfertigen.

Jeder Jäger soll regelmäßig seine Treffsicherheit mit der Waffe auf Schießständen überprüfen. Deshalb haben die zuständigen öffentlichen Stellen bei der Sicherung von Schießständen mitzuwirken.

Das durch Jagdausübung gewonnene Wildbret stellt ein gesundes Nahrungsmittel dar, welches von Tieren stammt, die artgerechter nicht hätten leben können.
 



Mond am 26.06.17
Zunehmende Sichel
Nächster Vollmond:
Sonntag, 09.07.17
Nächster Neumond:
Sonntag, 23.07.17

Termine

LJV-Jagdleiter-Seminar
Beginn: 13.07.2017, 09:00
Anmeldeschluss: 03.07.2017, 12:00
Ort: 24220 Techelsdorf, , „An Dörpsdiek“, Oberweg 4

Ausschreibung der Landesmeisterschaft im jagdlichen Schießen für die Damen-, Alters-, Senioren- und Offene Klasse
Beginn: 14.07.2017, 08:00
Anmeldeschluss: 26.06.2017, 18:00
Ort: Hasenmoor / Hartenholm

Jungjägerkompaktkurs 2017
Beginn: 28.07.2017, 08:00
Anmeldeschluss: 15.05.2017, 07:00
Ort: 25872 Ostenfeld (Nordfriesland)

Messer schleifen und räuchern
Beginn: 09.09.2017, 09:30
Anmeldeschluss: 24.08.2017, 12:00
Ort: Steganlage am Westensee, Langnis 1, 24259 Westensee

Zusatzprobe und Hauptprobe zur Landeshubertusmesse im Dom zu Schleswig
Beginn: 16.09.2017, 09:30
Anmeldeschluss: 08.09.2017, 23:00
Ort: Hohn - Schleswig

Obleutetagung der Landesbläserschaft
Beginn: 16.09.2017, 15:00
Anmeldeschluss: 08.09.2017, 12:00
Ort: Hohn, Hohe Str. 11

Landesbläserwettbewerb 2018
Beginn: 17.06.2018, 08:00
Ort: Husum


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