Rehwild - Empfehlungen

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Rehwild ist fast flächendeckend im Lande vertreten. Mit einer Jahresstrecke von nachhaltig über 50.000 Rehen, hat die Population eine nie gekannte Höhe erreicht. Der Anteil von über 10.000 im Straßenverkehr getöteten Rehen und der damit verbundene enorme volkswirtschaftliche Schaden mahnen zum Handeln. Einige Reviere berichten über Absatzprobleme und erfüllen den vorgegebenen Abschuss beim weiblichen Wild nicht vollständig. Die Wildbiologie hat nachgewiesen, dass verminderte Wildbestände mit höheren Wildbretgewichten, besserer Trophäenentwicklung und höherer Zuwachsrate reagieren. Wir sollten uns diese Erkenntnis zu Nutze machen, indem wir die Wildbestände reduzieren. In der Folge werden wir in Zukunft bei vermindertem Fallwildanteil gleich viel, jedoch in Wildbret und Gehörn stärkeres Rehwild ernten.

Bei ungünstigem Geschlechterverhältnis des Bestandes hilft ein mutiger Eingriff beim weiblichen Wild, hier aber auch bei den Zuwachsträgern, also den Ricken, rasch zum Erfolg und auch eine gewünschte Bestandsverminderung kann nur auf diese Weise gelingen, wobei selbstverständlich der Grundsatz "Kitz vor Ricke" beachtet wird. Jedes Revier hat seine bewährten Jagdstrategien und Waidgerechtigkeit und Jagdethik haben einen hohen Stand, jedoch orientieren sie sich nicht selten mehr an den Wünschen der Jäger als an einer Zielgerichteten Bejagung des Wildes.

Das weibliche Wild wird fast überall auf der Einzeljagd bejagt. Das hat sich bewährt, denn diese Jagdmethode ermöglicht eine gewissenhafte Auswahl. Wenn es aber gilt, effektiv und störungsarm einen höheren Eingriff zu tätigen, dann sollte über eine gemeinschaftliche Ansitzjagd nachgedacht werden. Auch mit dem Blick auf den Zustand der Vegetation und den Absatz des erlegten Wildes ist der Zeitraum von Ende Oktober bis Mitte Dezember besonders empfehlenswert. Wird die Jagd gemeinsam mit benachbarten Revieren und unter Einbeziehung revierloser Jäger organisiert, so ist sie neben der winterlichen Niederwildjagd ein Höhepunkt im Jagdjahr. Der Einsatz jagender Hunde, beim Schwarzwild bewährt, ist bei der Jagd auf Rehe nicht empfehlenswert, dagegen kann ein durchgehender Jäger mit gehorsamem Hund den Erfolg deutlich erhöhen. Wenn dann nach dreistündiger Jagd die Strecke aus Reh und Fuchs gemeinsam verblasen wird, gibt es viel über Beobachtungen zu berichten und die Verpflichtung, dass jeder eins der von ihm erlegten Rehe erwirbt, löst schon fast alle Absatzprobleme. Dass diese Jagd genauso gewissenhaft geplant und vorbereitet werden muss wie eine Niederwildjagd, vielleicht sogar noch einige zusätzliche Ansitzleitern an wichtigen Wechseln errichtet werden müssen, ist selbstverständlich. Wird dann der rechtliche Rahmen der Jagdzeit genutzt und im Mai bei der Jagd auf den Bock auch mal ein Schmalreh erlegt und nach der gemeinsamen Jagd das Augenmerk auf die nicht mehr führenden Ricken gerichtet, so wird die Bejagung des weiblichen Rehwildes nicht nur Abschussplanerfüllung sondern gemeinschaftliche Jagdfreude sein.

Die Rehböcke werden erfolgreich auf der Einzeljagd bejagt. Aber bei der Jagd, insbesondere auf Jährlinge gleich zu Anfang Mai, können gemeinsame Ansitze reizvoll sein. Dabei sollte uns das Bastgehörn des geringen Jährlings nicht an seiner Erlegung hindern, manchen müssten wir sonst später von der Strasse sammeln.


Arbeitskreis Schalenwild