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Marder- und Iltisforschung

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Landesjagdverband Schleswig-Holstein und Universität Kiel und Dresden starten ein Großprojekt zur Erforschung von Mardern

Baummarder mit Telemetriehalsband (Dr. Hoffmann)Flintbek, 05.10.2011: In einem gemeinsamen, bundesweiten Forschungsprojekt der Universitäten Kiel und Dresden und des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein wird in den nächsten 2 ½ Jahren das Verhalten insbesondere von Baummarder und Iltis erforscht. Außerdem soll das Projekt dazu beitragen, die Population der heimlichen und meist nachaktiven Tiere aus Sicht des Artenschutzes bewerten zu können.

Vielen Bürgern sind Marder vor allem als Poltergeister im Dachstuhl oder als Verursacher von Schäden im Motorraum von PKW bekannt. Beim „Automarder“ handelt es sich jedoch um den Steinmarder, der in ganz Deutschland ebenso die freie Landschaft wie auch die Dörfer und Städte besiedelt. „Fast als Kulturflüchter zu bezeichnen sind die beiden Marderverwandten Baummarder und Iltis. Über beide Arten liegen erstaunlich wenige Erkenntnisse vor. Deshalb ist es das Ziel dieses  Projektes, verschiedene Methoden zum Artnachweis in unseren Landschaften zu erproben um die Häufigkeit der Arten einschätzen zu können“, berichte Dr. Daniel Hoffmann vom Wildtier-Kataster Schleswig-Holstein.

Zum Einsatz kommen sogenannte Wildkameras, die durch Infrarottechnik auch Nachtaufnahmen möglich machen. Die Marder werden durch verschiedene Duftstoffe angelockt um anhand der individuellen Fellkennzeichnungen die Zahl der Tiere in einem Gebiet bestimmen zu können. In der Projektphase werden die Marder mit Ohrmarken versehen, um das Erkennen zu erleichtern. Zu Markierung werden den Tieren mittels Lebendfallen, in denen sie sich  nicht verletzen können, gefangen. Außerdem erhalten die Marder auch Mirkochips unter die Haut, damit jedes Individuum sicher wiederzukennen ist. Einige Baummarder und Iltis werden außerdem mit sogenannten Telemetriehalsbändern ausgestattet, um ihre Lebensweise und Raumnutzung genauer erfassen zu können.

In der modernen Wildtierforschung spielt die genetische Analyse eine zunehmend wichtige Rolle. An der Universität Kiel werden alle entnommenen Haar- und Kotproben, der in den insgesamt 6 deutschen Untersuchungsgebieten gefangenen Mardern, untersucht, um die genetischen Fingerabdrücke zu bestimmen. Die Analyse dient in Verbindung mit den anderen Methoden zur Vertiefung des Wissens um die Sozialsysteme der Arten.

Letztlich sollen die neuen Erkenntnisse aus dem Projekt dazu führen, dass in Zukunft mit möglichst effizienten Methoden die Populationen der Marder im Sinne des Artenschutzes bezüglich ihres Erhaltungszustandes bewertet werden können. Ohne dieses Projekt geht das Wissen um Baummarder, Iltis und Co nachhaltig verloren, denn bereits heute ist kaum noch jemand in der Lage, die Populationen richtig zu beurteilen.

Gefördert wird das Projekt maßgeblich durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sowie den Deutschen Jagdschutzverband.

Interessierte Bürger können einen wichtigen Beitrag zum Projekt leisten. Sollten in der weiteren Umgebung der Wildtierbrücke Kiebitzholm über die BAB 21, wo das Hauptprojektgebiet in Schleswig-Holstein liegt,  Marder mit Ohrmarken gesichtet werden oder werden Tiere auf der Straße überfahren aufgefunden, wäre die Rückmeldung an die Projektleitung von großer Bedeutung.

Ihr Ansprechpartner:
Wildtier-Kataster SH c/o Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V.
Dr. Daniel Hoffmann
Böhnhusener Weg 6
24220 Flintbek
Mobil: 0179-4943294
 

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