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Wiesenweihe - Jäger sichern Überleben des Greifvogels Von Wolfgang Runge

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busard cendre_w2e9337_louis marie prauDas Überleben der Wiesenweihe ist eine Erfolgsstory im Naturschutz: Eine gezielte Suche der Nester und deren Schutz sichern den Bestand der Greifvögel. Dabei arbeiten Jäger und Bauern eng zusammen.

Flintbek (dpa/lno) - Rund hundert Jäger werden ab Mai wieder wochenlang durch Schleswig-Holsteins Kornfelder pirschen. Gewehr und Jagdhund lassen sie dann jedoch zu Hause, denn sie sind in Sachen Tierschutz unterwegs, erklärt Klaus-Hinnerk Baasch, Präsident des Landesjagdverband Schleswig-Holstein (LJV). Die Jäger suchen die verborgenen Nester (Horste) der Wiesenweihe (Circus pygargus). Damit sorgen sie für den Erhalt der schleswig-holsteinischen Population des seltenen Greifvogels, wie es im Sachbericht der Universität Kiel zum Artenschutzprojekt Wiesenweihe heißt.

Früher war der schlanke Vogel aus der Familie der Habichte charakteristisch für Feuchtwiesen und Niedermoore. Doch feuchte Wiesen, mit Röhricht bewachsene Verlandungszonen von Seen und Teichen oder Moor- und Heideflächen zum Brüten findet die Wiesenweihe kaum noch. So ist sie heute eine der seltensten Greifvogelarten Deutschlands: Auf kaum mehr als 500 Brutpaare wird der Bestand zwischen Flensburg und Garmisch geschätzt. Einer ihrer Verbreitungsschwerpunkte ist Schleswig-Holstein. Rund 50 Paare brüten hier, sagt Baasch.

Aus der Wiesenweihe ist jedoch in fast ganz Westeuropa eher eine Ackerweihe geworden. Da der Vogel seinen natürlichen Lebensraum zum Brüten – Schilf oder Röhricht – kaum noch findet, weicht er auf Getreidefelder aus, selbst wenn diese intensiv genutzt, offen und monoton sind, erklärt Baasch.

Das stellt der Wiesenweihe einerseits große Lebensräume zur Verfügung. Gleichzeitig lauert dort aber auch der größter Feind der Bodenbrüter: Der Mähdrescher. Seinen Messern fallen jeden Sommer zahlreiche Jungvögel zum Opfer, denn manche Getreidesorten werden geerntet, bevor der Nachwuchs flügge ist.

Und so beginnt jedes Jahr im Mai ein Wettlauf der Jäger mit dem Mähdrescher. Denn nur wenn man weiß, wo sich ein solches Nest befindet, kann es auch geschützt werden, sagt Schleswig-Holsteins oberster Jäger. Dabei ist es nicht einfach, die unscheinbaren Nester der Wiesenweihe aufzuspüren. Zwar gibt es einige Standorte, an denen Wiesenweihen regelmäßig brüten, allerdings nicht an exakt der gleichen Stelle. Zudem wurden in den vergangenen Jahren immer mehr Landesteile von den Vögeln besiedelt, an denen vorher keine Wiesenweihen waren. «Diese sind natürlich besonders schwer zu finden», sagt Baasch.

Da Wiesenweihen gesellig sind, liegen manchmal mehrere Nester auf engem Raum beieinander. Entsprechend kann man sie in ihrem schleswig-holsteinischen Hauptverbreitungsgebiet an der Westküste teilweise mit mehreren Paaren auf einem Acker entdecken.

Ist der Wiesenweihen-Nachwuchs gefunden, muss das Nest gesichert werden. Dazu wird das Getreide auf einer Fläche von 50 mal 50 Metern um das Nest herum zunächst nicht geerntet. Wenn die Jungen dann in der ersten Augustwoche flügge geworden sind, kann das Feld wieder ganz normal gemäht werden. Die Landwirte bekommen für ihre Hilfe eine finanzielle Entschädigung. «Die Kooperation klappt hervorragend», sagt Baasch sichtlich erfreut.

Wiesenweihen sind zierliche Greifvögel. Sie werden maximal 50 Zentimeter lang mit einer Flügelspannweite von bis zu 116 Zentimetern. Die Männchen wiegen so viel wie eine Straßentaube, die Weibchen sind schwerer und bringen bis zu 450 Gramm auf die Waage. Sie bauen ihr Nest aus trockenem Gras, Schilf und kleinen Zweigen meist direkt auf dem Boden. Es misst 35 – 40 Zentimeter Durchmesser, in seltenen Fällen bis zu 80 Zentimeter.

Das Brüten der Eier sowie das Füttern und die Bewachung der Küken übernimmt bis etwa 14 Tage nach dem Schlüpfen fast ausschließlich das Weibchen. Das Männchen versorgt sie in dieser Zeit mit Nahrung. Die Jungvögel können mit 35 Tagen bereits gut fliegen. Etwa im Alter von 50 Tagen beginnen sie selbst mit der Jagd.

Weitere Infos unter: http://www.wildtier-kataster.uni-kiel.de/pages/projekte/arte...
 

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