Ohne Jäger keinen erfolgreichen Wolfsschutz

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Landesjagdverband fordert mehr Sachlichkeit

Flintbeck: „Längst ausgediente Feindbilder immer aufs Neue heraufzubeschwören, ist kein praktizierter Wildtierschutz. Damit führt der NABU die Öffentlichkeit nur wieder recht plakativ an der Nase herum“, erklärt Dr. Klaus-Hinnerk Baasch, Präsident des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein e.V., zur erneut aufgeflammten Diskussion um die Aufnahme des Wolfes in das schleswig-holsteinische Jagdrecht. „Viele Wildtierarten gedeihen gerade deshalb, weil sie im Jagd- und Naturschutzrecht rechtlich verankert sind“, betont Baasch. Dies gelte z.B. für den Seeadler, den Fischotter und den Seehund, deren Populationen sich in den letzten Jahren durch die Unterstützung der Jägerschaft hervorragend entwickeln konnten. Für die Bekassine, die vor 40 Jahren unter großem Jubel der Naturschützer aus dem Jagdrecht herausgenommen wurde und in deren Schutz viele Millionen Euro aus Naturschutztöpfen geflossen sind, gelte das eben nicht, so der Vorsitzende. Die Brutbestände der Bekassine sind seitdem von 10.000 Brutpaaren auf 1000 zusammen geschrumpft.

Der Vorsitzende fordert vom NABU mehr Sachlichkeit in der Diskussion: Regulierung und Kontrolle von Wildtierbeständen bedeute für die Jägerschaft eben nicht dezimieren, sondern eine Population zu beobachten und zu klären, welche Bestände das Ökosystem und seine Bewohner auch dauerhaft verkraften könnten. Bezüglich des Wolfes müsse erst einmal ein günstiger Erhaltungszustand der polnisch-deutschen Population geschaffen werden. Hierzu ist die Populationskontrolle, das sogenannte Monitoring, von großer Bedeutung. Der Landesjagdverband hat deshalb 11 Jäger als Wolfsbetreuer intensiv geschult und unterstützt somit regelmäßig und dauerhaft das Monitoring. Auch der NABU führt diese Kontrollen mit Wildkameras und nur drei anerkannten Wolfsbetreuer in Schleswig-Holstein durch. „Wir haben noch gar keine Wolfspopulation im Land. Zuvor sollten wir jedoch die Zeit nutzen, Fragen – Wie viele Wölfe verträgt Schleswig-Holstein, wo im Land findet diese Wildart sichere Lebensbedingungen vor, wie soll das Zusammenleben mit Nutztierhaltern gestaltet werden? – zu klären und uns nicht in ideologischen Diskussionen verrennen“, appelliert Baasch.

„Eines ist sicher: Allein die Jägerschaft ist in ihren Revieren flächendeckend in der Lage, praktischen und erfolgreichen Wildtierschutz zu betreiben“, stellt der Vorsitzende fest. Nur weil man einen Schritt realistischer in die Zukunft blicke und eben auch Probleme voraussähe und diese anspricht, stelle man die Jägerschaft gerne schnell einmal an den Pranger. Da werde man den Eindruck nicht los, dass es eher um Profilierung von selbsternannten Wolfsexperten als um die Sache „Wolf“ an sich gehe. „Wenn wir den Wolf wieder im Land sehen wollen, sollten wir gemeinsam an einem Strang ziehen“, unterstreicht Baasch. Die Zusammenarbeit zwischen Jägern und anderen Naturschützern, die oftmals an der Basis reibungslos funktioniert, wünschen sich die Jägerinnen und Jäger auch auf der Landesebene.