Neumünster. Information, Austausch und Weichenstellungen für die Zukunft bestimmten die Hegeringleitertagung 2026. Am 31. Januar trafen sich die Hegeringleiter aus dem nördlichen und südlichen Landesteil Schleswig-Holsteins in Neumünster. Und das bereits zum dritten Mal gemeinsam in diesem Format.

Präsident Wolfgang Heins dankte den Teilnehmern für die konstruktive Zusammenarbeit (Bild Hartwig LJV)

Nach den Klängen des Jagdhornbläsercorps Neumünster eröffnete Präsident Wolfgang Heins die diesjährige Tagung der Hegeringleiter. In seiner Eröffnungsrede hob er die zentrale Bedeutung des Wildtiermonitorings hervor, insbesondere durch das seit mehr als 30 Jahren bestehende Wildtier-Kataster Schleswig-Holstein (WTK), das wissenschaftlich fundierte Daten zu den Wildbeständen im Land liefert. Im ersten Fachvortrag stellte Heiko Schmüser vom WTK die vorläufigen Ergebnisse der Erfassungen des vergangenen Jahres vor. Kritisch thematisierte er dabei die teilweise geringe Beteiligung einzelner Hegeringe. Schmüser rief dazu auf, noch ausstehende Erfassungsbögen bis Ende Februar einzureichen oder online zu übermitteln. Zudem erinnerte er an die wichtige Weitergabe von Wildnachweisen an das WTK. Wie relevant das Monitoring ist, zeigte sich unter anderem am Tierfund-Kataster, das Hinweise für das Auftreten der Myxomatose beim Feldhasen in Schleswig-Holstein im letzten Jahr lieferte. Mit einem Ausblick auf das Monitoring 2026 schloss Schmüser seinen Beitrag.

Anschließend informierte Christian Hertz-Kleptow vom WTK über das neu gestartete Schwingenmonitoring des Landesjagdverbandes. Die bislang eingegangenen Datensätze bewertete er positiv, insbesondere die landesweit gute Beteiligung. Für das kommende Jahr ist geplant, eine Künstliche Intelligenz zur Auswertung der Daten einzusetzen. Zudem berichtete Hertz-Kleptow über das Artenschutzprojekt Wiesenweihe, dessen Erfolg sich in stabilisierten Brutvogelzahlen widerspiegelt. Große Zustimmung erhielt auch das Projekt „Lebendige Flächen“, das die ökologische Aufwertung von rund 25 Kleinstflächen vorsieht. Das vom Umweltministerium finanzierte Vorhaben soll etwa 100 Hektar landesweit zu Hotspots der Artenvielfalt entwickeln. Die Koordination und Abstimmung mit den Akteuren vor Ort wird von Stine Petersen vorangetrieben. Präsident Heins schloss diesen Tagesordnungspunkt mit einem erneuten Appell zur aktiven Mitwirkung am Wildtier-Kataster.

Die jüngeren Hegeringleiter begrüßten das geplante Seminar über die Aufgaben eines Hegeringleiters (Bild Hartwig LJV)

Über den aktuellen innerverbandlichen Entwicklungsprozess berichtete Geschäftsführer Marcus Börner. Die angestoßene Neustrukturierung des Verbandes sei nur durch das große Engagement vieler Mitglieder möglich gewesen. Der externe Berater Frank Simoneit gab anschließend einen Überblick über den Stand der Organisationsentwicklung. Zu den zentralen Ergebnissen zählen die Stärkung von Ehren- und Hauptamt, eine Neustrukturierung der Geschäftsstelle sowie eine Anpassung der Satzung an heutige Herausforderungen. Künftig sollen zudem Mitgliederservice, Digitalisierung sowie der Auftritt gegenüber Gesellschaft und Politik stärker in den Fokus rücken.

Vizepräsident Hans Wörmcke stellte darauf aufbauend die Kernpunkte der geplanten Satzungsreform vor. Vorgesehen sind unter anderem neue Ordnungen zu Wahlen und Beiträgen sowie eine Verkleinerung des Präsidiums auf

Vizepräsident Hans Wörmcke stellte die Kernpunkte der geplanten Satzungsreform vor (Bild Hartwig LJV)

sieben Mitglieder. In der Diskussion äußerten sich Hegeringleiter und Kreisjägerschaftsvorsitzende konstruktiv zu den Vorschlägen. Axel Claußen (Vorsitzender der Kreisjägerschaft Dithmarschen-Nord) betonte, dass die aktuelle Chance genutzt werden sollte und verwies auf die Pflicht zur Mitwirkung der Funktionsträger innerhalb des Verbandes und der Verbandsspitze, um die Zukunftsfähigkeit des Landesjagdverbandes zu sichern.

Einen weiteren Schwerpunkt setzte der Vortrag von Jan-Wilhelm Hammerschmidt zum Thema „Der Hegeringleiter – eine Schlüsselfunktion im deutschen Jagdwesen“. Er stellte die vielfältigen Aufgaben dieser Funktion dar und unterstrich die Bedeutung für den Verband und die Wichtigkeit einer gezielten Nachwuchsausbildung. Künftig soll ein Einführungsseminar für neue Hegeringleiter angeboten werden. Eine Initiative, die insbesondere bei den jüngeren Teilnehmern auf große Zustimmung stieß. Die neu gewählte Landesobfrau für Öffentlichkeitsarbeit, Lena Callsen, stellte anschließend die Initiative „Wilde Tage in Schleswig-Holstein“ vor. Diese soll 2026 landesweit in allen Kreisjägerschaften stattfinden und Angebote zur Natur- und Umweltbildung schaffen.

In seinen verbandspolitischen Ausführungen ging Präsident Heins auf die Neuausrichtung des Verbandes sowie auf bestehende Problematiken mit der Stiftung Naturschutz ein. Er bekräftigte die Forderung nach einem Ankaufsstopp von Flächen durch die Stiftung. Zum Thema Wolf sprach sich Heins erneut für ein aktives Wolfsmanagement aus, etwa durch Bestandsregulierung und Wolfs­ausschluss­areale. Gleichzeitig kündigte er Schulungsangebote für die Jägerschaft an, unter anderem zu den Themen Wolf und Nachtsichttechnik. Mit Blick auf anstehende Wahlen kündigte er die zeitnahe Bildung eines entsprechenden Teams an.

Zum Abschluss erinnerte die Landesobfrau für Jugendarbeit, Jenny Ehmke, an die Teilnahme am Hubertus Cup 2026. Präsident Heins wies auf weitere anstehende Termine wie die Landespflanzenbörse hin. Der Präsident nutzte die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, dass es seine letzte Hegeringleitertagung in der Funktion des Verbandspräsidenten war. Er dankte den Teilnehmern für die konstruktive Zusammenarbeit. Die Tagung schloss mit einem dreifachen, kräftigen „Horrido – Joho!“.

Terminhinweis:
Die nächste Hegeringleitertagung findet am 6. Februar 2027 in den Holstenhallen Neumünster statt.