Ein Mönchsgeier hält sich derzeit im Kreis Nordfriesland auf. Der seltene Greifvogel stammt vermutlich aus Spanien und hat bereits mehrere europäische Länder durchquert. Die örtliche Jägerschaft unterstützt den Aasfresser mit überfahrenem Wild, sogenanntem Fallwild. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein e. V. (LJV) begrüßt das Engagement als praktischen Beitrag zum Artenschutz.

Mönchsgeier in Nordfriesland gesichtet (Bild Stefan Rathgeber)
Fallwild als natürliche Nahrungsquelle
In natürlichen Ökosystemen erfüllen Tierkadaver eine wichtige Funktion. Sie dienen zahlreichen Tierarten als Nahrung und sind Bestandteil natürlicher Stoffkreisläufe. In der intensiv genutzten Kulturlandschaft stehen größere Kadaver jedoch nur eingeschränkt zur Verfügung. Die örtliche Jägerschaft stellt dem Mönchsgeier deshalb Fallwild, etwa überfahrene Wildtiere, als nahezu natürliche Nahrungsquelle bereit.
Für den LJV zeigt das Beispiel, wie Jägerinnen und Jäger durch ihre Kenntnisse der Wildtiere und ihrer Lebensräume zum Artenschutz beitragen. Zugleich macht der seltene Gast deutlich, welche Bedeutung Tierkadaver für die Artenvielfalt und natürliche Stoffkreisläufe haben.